Fidele Maskerade im Blauen Land

Eine dunkle, frostig kalte Winternacht bietet die Bühne für ein unheimliches Spektakel, das in den frühen Morgenstunden, wenn alles noch in den warmen Betten schläft, seinen Anfang nimmt: der nächtliche Mummenschanz! Schlag vier Uhr Früh beginnt der Morgenstreich, ertönen die Pfeifen und Trommeln und die Schellenträger setzen sich mit ihren kunstvoll geschnitzten Larven (Masken) in Bewegung. Von hellem Fackelschein begleitet, stapfen sie in der Dunkelheit durch das tief verschneite Tal und treiben lauthals ihre Fastnachtsspäße. 

„Meine Sehnsucht ist freilich das Malen“

Maria Marc - Einblicke in ihr Leben (1876-1955). Die ehemalige Marc-Villa liegt heute etwas versteckt, inmitten eines Wohngebiets, am Rande der Ortschaft Ried. Von der nahen Bundesstraße Richtung Kochel erhascht man im Vorbeifahren nur einen flüchtigen Blick auf das Anwesen, das noch heute von hohen Bäumen und einem gepflegten Garten umgeben ist. Längst haben die Besitzer gewechselt. An die Bewohner des Hauses vor über 100 Jahren erinnert die Zufahrtsstraße zum Anwesen, die nach dem berühmten Eigentümer ab dem Frühjahr 1914 benannt ist: Franz-Marc-Straße. Der Marc-Enthusiast steht in gebührendem Abstand am Grundstück und blickt ehrfürchtig auf das Haus mit seinem erkerartigen Türmchen in der Mitte. Hier also haben Franz und Maria Marc ihre letzten gemeinsamen Monate verbracht, ehe am 1. August 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach und Franz Marc an die Westfront eingezogen wurde.

Birnen im Schnee

Einsamkeit und Zuversicht in Franz Marcs Hocken im Schnee Franz Marc, Hocken im Schnee, 1911, Öl auf Leinwand. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München Das ereignisreiche Jahr 1911 begann in Sindelsdorf kalt und frostig, jedoch mit großer Energie und Schaffensfreude. "Du kannst dir kaum vorstellen, wie wunderbar schön der Winter in diesen Tagen hier ist, schleierloses Sonnenlicht u. dabei … Birnen im Schnee weiterlesen

In deinen tiefen Tieren aber …

Franz Marc war ein äußerst fleißiger Briefeschreiber. Besondere künstlerische Kleinodien¹ stellen im Nachlass der Korrespondenz seine ab 1912 kunstvoll gestalteten Postkarten dar, die er zahlreich an seine Künstlerfreunde verschickte. So auch die Vier Füchse an Wassily Kandinsky oder der phantasievoll ausgearbeitete Postkartenwechsel, den er zeitweise mit Else Lasker-Schüler führte. Diese Form der ersten Skizze war nicht selten die Vorstufe oder der inspirierende Gedanke zu einem größeren Gemälde.