Tagesschnipsel Januar 2026 // Nach wie vielen Monaten beginne ich nun erneut mit dem Schreiben meines Journals? Wieder haben gewisse Umstände es mich jäh unterbrechen lassen und das gerade in einer Gegenwart, die uns herausfordert und leider allzu schnell verstummen lässt. Ein unbefriedigender Zustand. Es sollte doch möglich sein, ins tägliche Notieren zurückzukehren. So nehme ich zu Beginn des neuen Jahres mein Journal wieder zur Hand und versuche mein alltägliches Notieren und Erzählen fortzusetzen.
Die Nacht, in der das Fürchten wohnt
Die vergangene Woche sollte, wie jedes Jahr Ende Januar, ganz im Zeichen der Erinnerung stehen, im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus. Doch achtzig Jahre nach der Befreiung des Tötungslagers Auschwitz-Birkenau, wurde ausgerechnet in Deutschland dieses Erinnern überlagert, von einem infamen parteipolitischen Machtspiel, das ohne Not der parlamentarischen Demokratie großen Schaden zugefügt hat. Aus niedrigen Beweggründen vollzog sich vor unser aller Augen ein Tabubruch, der in die Geschichtsbücher eingehen wird. Sich radikalisierende Konservative brachen skrupellos das Versprechen, das wir seit Generationen den Millionen Opfern des Holocaust gaben und deren Vermächtnis uns Auftrag war: Nie wieder.
Was sind wir doch für Bestien!
Als immerwährendes Sittengemälde von 1929 bis heute inszenierte ich zu Beginn der Spielzeit 2024/25 am tfn - theater für niedersachsen Ödön von Horváths Roman »Der ewige Spießer" und brachte diesen in der Ausstattung von Moni Gora als szenisches Kaleidoskop auf die Bühne. Nach der Premiere ist die Inszenierung bis Ende Mai 2025 sowohl in Hildesheim als auch bei zahlreichen Gastspielen in Niedersachsen zu erleben.
Unheilvoll und gespenstisch, diese unsere Zeit
Die Idee von Ödön von Horváths "Ein Kind unserer Zeit" im Schatten des Angriffskrieges gegen die Ukraine // Der Beginn des neuen Jahres stand ganz im Zeichen der Arbeit an meiner neuen Lesefassung von Stefan Zweigs "Die Welt von Gestern", kündigten sich doch für das Frühjahr erste Auftritte an, die in Erinnerung an seinen Todestag vor 80 Jahren stattfinden sollten. Gleichzeitig erhielt ich in den ersten Januartagen die Einladung, am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz (Erzgebirge) eine Regie zu übernehmen.
Ein großes Nichts ist der Mensch neben einem Berg
Tagesschnipsel August 2024 // Noch in der Sommerfrische, mit den Gedanken jedoch schon längst wieder oder immer noch bei Ödön von Horváths »Der ewige Spießer«. Die Premiere naht! Am 1. September wird das Theater für Niedersachsen mit meiner Inszenierung die Spielzeit 2024/25 eröffnen. Mitte des Monats kehre ich nach Hildesheim zurück, um die Proben fortzusetzen. Bis dahin eifriges Weiterdenken, während ich auf die blauen Berge schaue.
Ein Ziel ist immer etwas Erstrebenswertes
Tagesschnipsel Mai 2024 // Im Mai nähern wir uns ein stückweit mehr der Premiere des »ewigen Spießers«, denn Ende des Monats werden wir in Hildesheim mit den Proben beginnen. Was für schöne Aussichten! Ja, ich freu mich sehr darauf. Die verbleibenden Wochen bis dorthin werde ich mit den einzelnen Szenen und Rollen verbringen und vielleicht nicht nur bildlich ins Blaue Land zurückkehren, wo Ödön von Horváth einen Teil seines kurzen Lebens verbrachte. Dass es dort zu einer Wiederbegegnung mit den Blauen Reiter:innen kommen wird, ist wohl eine Selbstverständlichkeit!