Gugelhupf Franzl Rittersporn

Franz Marc und seine Leidenschaft für Kuchen


Im September 1907 erinnert sich Franz Marc reumütig in einem Brief an Maria Frank an ihren aufwühlenden Sommer, den sie zusammen mit Marie Schnür 1906  in einer Art Ménage-á-trois in Kochel verbrachten. Er konnte und wollte sich einfach nicht zwischen den beiden Frauen entscheiden. „Jedes herbstliche Lüftchen erinnert mich an Kochel; an den flammenden Baum am Thränenhügel, an das bräunliche Gras und die rotbackigen Äpfel, die wir hingelegt; an die Lendenbraten, Schnäpse und Chokoladen, die Du heraufbrachtest. Ich war damals nicht lieb und gut mit Dir.“
Bestimmt hat ihm Maria Franck, sich nach ihm verzehrend, auch ihren legendären Gugelhupf hinaufgetragen, auf den Tränenhügel, auf dem über Wochen hinweg, mit einem Blick auf Kochel hinunter, das Gemälde Zwei Frauen am Berg entstehen sollte und das am Ende von Franz Marc zerstört wurde. Franzl Rittersporn, der Angebetete, liebte Süßes, bevorzugt Kuchen aller Art und Schokolade, etwa gefüllt mit feinem Nougat. 

In ihren Erinnerungen schildert später Maria Marc, wie sie in jenen Monaten, kaum das Franz Marc durch den Verkauf einiger Bücher zu ein wenig Geld kam, in eine Münchner Konditorei eilten, um Kuchen zu essen und Schokolade zu trinken.  „Das liebte er sehr, es bedeutete für ihn eine noch viel bessere Mahlzeit als jede sonstige.“ 

Das folgende Gugelhupf-Rezept stammt zwar nicht von Maria Marc, dennoch wird mit diesem feinen Kuchen jeder Tag im Atelier zu einem Festtag. Franz Marc hätte ihn mit Sicherheit nicht verschmäht. 

Gugelhupf Franzl Rittersporn

Zutaten
Für 1 Gugelhupf (Durchmesser 22 cm)

250g weiche Butter
250 g Puderzucker
1 Päckchen echter Bourbon-Vanillezucker
5 Eier
1 Prise Salz
420 g glattes Mehl (Type 405)
1 Päckchen Backpulver
250 ml Milch
50 g in Rum eingelegte Rosinen

Butter und etwas Mehl für die Form
Puderzucker zum Bestäuben

Vorbereitungen Die Zutaten wie Butter, Eier und Milch eine Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen und bei Zimmertemperatur bereitstellen. Die Rosinen in Rum einlegen. Den Backofen auf 170°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Form mit Butter ausstreichen und bemehlen. Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz zu einem steifen Schnee schlagen. Das Mehl mit dem Backpulver versieben.

Für den Rührteig die weiche Butter zusammen mit dem Puderzucker und dem Bourbon-Vanillezucker schaumig rühren. Die Eidotter nach und nach einrühren. Anschließend das mit dem Backpulver vermischte Mehl abwechselnd mit der Milch zügig einarbeiten. Zum Schluss den Eischnee und die Rosinen vorsichtig unterheben. Zum Backen den Teig in die bemehlte Form füllen und im Backofen auf der zweiten Stufe von unten bei 170°C Ober- und Unterhitze ca. 50 bis 60 Minuten goldbraun backen. Gegen Ende der Backzeit mit einem Holzstäbchen in der Mitte des Gugelhupfs tief einstechen. Wenn beim Herausziehen kein Teig am Stäbchen klebt, ist der Gugelhupf fertig. Den Gugelhupf in der Form auskühlen lassen, stürzen und mit Puderzucker bestäuben.

Variation: Anstelle der Rosinen 100 g Schokoladen-Tropfen Vollmilch zum Verfeinern verwenden. Ich persönlich favorisiere den Gugelhupf mit Rosinen, da dieser noch saftiger ist.

Nach einem weitergereichten Rezept der Familie Aschenbrenner aus Wien.


4 Gedanken zu “Gugelhupf Franzl Rittersporn

    • Liebe Mechthild,
      das freut mich, wenn der „Gugelhupf Franzl Rittersporn“ gleich ausprobiert und weitergereicht wird. Wer es aushalten kann, darf den Gugelhupf gerne erst am nächsten Tag anschneiden. Dann ist er schön ausgeruht und durchgezogen. Ich wünsche Dir viel Muse beim Backen!

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  1. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich jemals im Leben Gugelhupf gegessen habe, aber nach der Lektüre deines Textes habe ich gleich ein feines Kuchenaroma in der Nase. Und ich liebe Das Foto von Franz und Maria!

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Ute,
      also mindestens ein Mal im Leben muss Gugelhupf sein! Und ich sage voraus, dass es nicht dabei bleiben wird. Freut mich, wenn sich schon ein feiner Kuchenduft verbreitet. Es gibt ja unzählige Gugelhupfe! Dieser hier ist fein und ohne Schnickschnack, ganz klassisch eben. Zum Ausprobieren brauchst Du jetzt nur noch die passende Gugelhupfform. Wünsch Dir gutes Gelingen!

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