Café Chantant II

Franz Marc, Café Chantant II, 1903 Franz Marc, Café Chantant II, Tusche auf Papier, 1903. Franz-Marc-Museum Kochel am See V. Auf der Terrasse des Café Josty Der Potsdamer Platz in ewigem GebrüllVergletschert alle hallenden LawinenDer Straßentrakte: Trams auf Eisenschienen,Automobile und den Menschenmüll. Die Menschen rinnen über den Asphalt,Ameisenemsig, wie Eidechsen flink.Stirne und Hände, von Gedanken blink,Schwimmen … Café Chantant II weiterlesen

Tanzende Pferde

Franz Marcs Neujahrskarte Turm der blauen Pferde, 1913 Franz Marc, Der Turm der blauen Pferde, Tusche, Deckfarbe auf Karton. Postkarte an Else Lasker-Schüler vom 1. oder 2. Januar 1913. Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München. IV. Das schönste Jahr wünscht der Prinz von ThebenElse Lasker-Schüler am 31. Dezember 1912 Junge Pferde  Wer die blühenden Wiesen kenntUnd die hingetragene Herde,Die, das Maul am Winde, … Tanzende Pferde weiterlesen

In deinen tiefen Tieren aber …

Franz Marc war ein äußerst fleißiger Briefeschreiber. Besondere künstlerische Kleinodien¹ stellen im Nachlass der Korrespondenz seine ab 1912 kunstvoll gestalteten Postkarten dar, die er zahlreich an seine Künstlerfreunde verschickte. So auch die Vier Füchse an Wassily Kandinsky oder der phantasievoll ausgearbeitete Postkartenwechsel, den er zeitweise mit Else Lasker-Schüler führte. Diese Form der ersten Skizze war nicht selten die Vorstufe oder der inspirierende Gedanke zu einem größeren Gemälde. 

So weit uns die Schwingen tragen!

Ein kräftiger, durch die Lüfte ziehender Flügelschlag, alles strebt nach oben, dem Licht entgegen, Grenzen überwindend. Ein flirrendes Schwirren und Flattern liegt in der Luft, ein Zittern, ein Beben. Die Vögel von Franz Marc, an der Schwelle der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts entstanden, gehören für mich zu den eindringlichsten Werken des Expressionisten Marc, der in seiner letzten Schaffensperiode immer mehr die Gegenständlichkeit in seiner Kunst aufzulösen versuchte. Wohin hätte ihn sein künstlerischer Weg geführt, welche Abzweigungen hätte er genommen, wenn ihm die,  zu Beginn der Schlachten als reinigende Apokalypse empfundene, kriegerische Auseinandersetzung nicht das Leben jäh beendet hätte?