So weit uns die Schwingen tragen!

Ein kräftiger, durch die Lüfte ziehender Flügelschlag, alles strebt nach oben, dem Licht entgegen, Grenzen überwindend. Ein flirrendes Schwirren und Flattern liegt in der Luft, ein Zittern, ein Beben. Die Vögel von Franz Marc, an der Schwelle der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts entstanden, gehören für mich zu den eindringlichsten Werken des Expressionisten Marc, der in seiner letzten Schaffensperiode immer mehr die Gegenständlichkeit in seiner Kunst aufzulösen versuchte. Wohin hätte ihn sein künstlerischer Weg geführt, welche Abzweigungen hätte er genommen, wenn ihm die,  zu Beginn der Schlachten als reinigende Apokalypse empfundene, kriegerische Auseinandersetzung nicht das Leben jäh beendet hätte?

Stefan Zweig – Der große Europäer und seine Zeit

Die berühmte Schachnovelle oder seine Lebenserinnerungen Die Welt von Gestern, beides in viele Sprachen übersetzt, zählen zu den Werken der großen Literatur des 20. Jahrhunderts und werden bis heute überall auf der Welt gelesen.
Seine funkelnden Sternstunden der Menschheit historische Miniaturen, fein in der Sprache, erzählen detailreich von den schicksalhaften Augenblicken der Weltgeschichte, die so viel spannender sind, als manch zeitgenössischer, moderner Roman. Diese Miniaturen, sie glänzen noch heute und bereichern jedes Bücherregal. 

Memento mori – Der Tod in Mozarts „La clemenza di Tito“

Der Tod spielt in Mozarts letzter Oper La clemenza di Tito eine zentrale Rolle. Es scheint, als ob jemand unsichtbar die Fäden in der Hand hält und die Menschen, die wie Puppen  an den Fäden hängend, nach seinem Willen agieren lässt. Die Menschen handeln in der Clemenza zumeist gegen ihren eigenen Willen, erfüllen viel mehr, was ihnen auferlegt wurde. Auferlegt und bestimmt von Anderen, von der über Generationen überlieferten Tradition.

Treffpunkt für Getriebene

Der Bühnenraum für La clemenza di Tito, Oper Schloss Maxlrain 2018. Der sich nach hinten verengende, im schwarzen Nichts verlierende Bühnenkasten hat sich im Laufe der Konzeption zu einem öffentlichen Raum entwickelt: eine Art Vorzimmer oder Flur in einem öffentlichen Gebäude, von dessen jeweiligen Längsseiten Türen in die angrenzenden Zimmer und Gemächer führen.  Ein in die Jahre gekommener Durchgangsraum, mit hellen, schlichten Holztüren, an denen die Farbe abblättert.