Literatur des Erinnerns 1933-1945



Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah.
Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.
Max Mannheimer

Dieses mahnende und auftragsgebende Vermächtnis Max Mannheimers, des unermüdlichen Aufklärers und Shoah-Überlebenden, hat in den vergangenen Jahren, Monaten und Wochen an trauriger Aktualität gewonnen. Verstörend nehmen wir die Zunahme von Antisemitismus, Rassismus und Feindlichkeiten gegenüber anderen Kulturen in unserer Gesellschaft wahr. Das Verstörende darf uns aber nicht lähmen, sondern wir müssen stärker aktiv werden. Wir dürfen nicht länger schweigen, wegsehen und es tolerieren, dass sich die Sprache von Hass und Hetze in unserer Mitte festsetzt und sich radikalisiert in rassistischen Terror- und Gewalttaten. Wir, als Zivilgesellschaft sind gefordert, wir tragen die Verantwortung, dass in unserer Gesellschaft ein demokratisches Miteinander gelebt wird. Wir müssen einstehen, für eine kulturverbindende und lebendige Gemeinschaft. Wir, als verantwortungsvolle Zivilgesellschaft haben es in der Hand und die Verantwortung, dass „es nicht mehr geschieht“.

Als Regisseur und Schauspieler habe ich mich in einigen meiner bisherigen Inszenierungen (Die Weiße Rose, Mala und Edek – Eine Geschichte aus Auschwitz, Die Judenbank) schon mehrmals mit dem Terror und den Folgen des Nationalsozialismus auseinandergesetzt und engagiere mich bereits seit mehreren Jahren in der Erinnerungsarbeit. So initiierte ich erstmals 2018 die Max-Mannheimer-Kulturtage Bad Aibling, die seitdem alljährlich stattfinden: Kulturtage für ein lebendiges miteinander Erinnern, für die Gegenwart und für die Zukunft. 

Der Dialog mit den Generationen und Kulturen ist mir ein besonderes Anliegen und so freue ich mich, dass ich mit meinen Lesungen nicht nur zu Abendveranstaltungen in Bibliotheken oder Kulturhäusern eingeladen werde, sondern auch von Schulen, die ich seit 2019 mit Lesungen aus Max Mannheimers Spätes Tagebuch besuche. Ich lese und erzähle aus seinen Erinnerungen, von seinem Überleben in Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Der Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen bewusst, werde ich diese Besuche und Veranstaltungen in den nächsten Jahren fortsetzen.

Neben Mannheimers Spätes Tagebuch habe ich für dieses Programmangebot die Briefe aus dem Krieg des jungen Heinrich Böll in das Repertoire mit aufgenommen, welches ich in den kommenden Jahren mit Erich Kästners Das Blaue Buch ergänzen möchte. Drei Leben – drei Biografien – drei Blickwinkel auf Holocaust, Krieg und Vertreibung und eine Botschaft: Nie wieder! 

Programm
September 2021 bis Dezember 2022  

Spätes Tagebuch
Aus den Erinnerungen von Max Mannheimer (1920-2016)

Denkt dran, Kinder: Nie wieder Krieg!
Briefe aus dem Krieg und Aufzeichnungen aus den Kriegstagebüchern
1943-1945 von Heinrich Böll 

Als das Regime befahl, Bücher mit schädlichem Wissen
öffentlich zu verbrennen …
 

Lesung in Erinnerung an die Bücherverbrennungen von 1933 

Anfragen und Buchungen für Veranstaltungen
Mail buero@michaelstacheder.com Mobil +49 175 66 47 180